Der Name Anna Sieveking mag sehr norddeutsch klingen und ich habe in der Tat meine Facharztausbildung in Hamburg gemacht, doch geboren wurde ich in Rostow am Don in der Russischen Föderation als Tochter einer Chefärztin der HNO-Klinik und eines Uni-Professors für Bauingenieurwesen. Nach Abschluss des Medizinstudiums habe ich zwei Jahre als Arzt im Praktikum in einer Klinik für Neurologie und Neurochirugie gearbeitet. Dort habe ich gelernt, dass man eine genaue neurologische Diagnose nur aufgrund der Anamnese und neurologischen Untersuchung stellen kann, während die apparativen Methoden lediglich zur Bestätigung der Diagnose dienen. Das heißt, ein guter Neurologe braucht gute Kenntnisse der Neuroanatomie, viel Erfahrung und muss den Patienten gut zuhören können.
Die bildgebenden Verfahren wie CCT oder MRT können den Neurologen nicht ersetzen. Als ich 2002 nach Deutschland gezogen bin und im Krankenhaus praktiziert habe, waren die Radiologen stets verwundert, wie präzise meine Diagnosen waren und wie ich voraussagen konnte, wo im Gehirn die Auffälligkeiten zu finden sind.
Nach dem Anerkennungsjahr in der Uni-Klinik Hamburg Eppendorf 2002 setzte ich meine Facharztausbildung im Marienkrankenhaus Hamburg fort und wechselte 2008 in die Psychiatrie, um Menschen besser verstehen zu können. Nach 3 spannenden Jahren Weiterbildung in der Psychiatrie stellte ich fest, dass mein Herz doch für Neurologie schlägt. Nach meiner Facharztprüfung 2013 habe ich mich entschieden, meinen Weg in der Neurologie in einem ambulanten Bereich fortzusetzen, weil ich mich in der Praxis intensiver mit jedem Einzelpatienten beschäftigen kann.
Mit den Jahren der Erfahrung habe ich jedoch gelernt, dass es nicht nur auf die richtige Diagnose ankommt, sondern es eben so sehr um die Frage geht, was dem Patienten wirklich hilft. Das sind neben den Medikamenten sehr häufig auch andere Lebensgewohnheiten, andere Ernährung oder einfach Sport. Die erfolgreiche Therapie besteht eben leider nicht aus der einen kleinen Wunderpille, sondern es gilt den Menschen als Ganzes zu betrachten.
Ich habe mich in Stuhr niedergelassen, denn die Liebe hat mich nach 20 Jahren Hamburg nach Bremen umziehen lassen und ich habe eine anspruchsvolle Aufgabe übernommen, die neurologische Versorgung im Kreis Diepholz auf das Niveau der modernen Neurologie zu heben.
Ich behandle ein breites Spektrum der neurologischen Krankheitsbilder. Schwerpunkt meiner Tätigkeit sind Kopfschmerzen/Migräne.
Darüber hinaus biete ich an unserem neuen Standort Anti-Aging-Behandlungen an.
Ich lebe vegan aus ethischen Gründen, da ich fest gegen das Leiden von Tieren bin. Als engagierte Tierschützerin und PETA-Mitglied vertrete ich die Überzeugung, dass Tiere die gleichen Rechte wie Menschen verdienen Tierrechte: Sollten Tiere Rechte haben?. Zudem unterstütze ich das Bestreben des Vereins Ärzte gegen Tierversuche e.V., der sich für die Abschaffung aller Tierversuche und die verstärkte Förderung der tierversuchsfreien Forschung einsetzt – zum Wohl von Mensch und Tier.
Die Diskussion über Tierversuche in der Medizinforschung ist von ethischen und wissenschaftlichen Überlegungen geprägt. In den letzten Jahren hat sich zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass wir Alternativen zu Tierversuchen finden müssen, um medizinische Fortschritte voranzutreiben und gleichzeitig das Wohlergehen von Tieren zu schützen.
Ethisch betrachtet ist es unbestreitbar, dass Tiere ein Recht auf ein Leben ohne Schmerz und Leid haben. Tierversuche verursachen allerdings unvorstellbares Leid und können nicht mit den Bedürfnissen und Rechten von Tieren vereinbart werden. Die Suche nach Alternativen ist daher nicht nur ein wissenschaftlicher, sondern auch ein moralischer Anspruch.
Wissenschaftlich gesehen gibt es mittlerweile eine Vielzahl innovativer Techniken, die Tierversuche ersetzen können. Zu den vielversprechenden Alternativen gehören die Verwendung von Zellkulturen, computergestützte Modelle und mikrobiologische Tests. Diese Methoden ermöglichen es, komplexe biologische Prozesse zu studieren und medizinische Substanzen zu testen unter Verzicht auf Tierversuche.
Ein weiterer Aspekt, der für den Verzicht auf Tierversuche spricht, ist die Tatsache, dass deren Ergebnisse nicht immer auf den Menschen übertragbar sind. Die biologischen Unterschiede zwischen Tierarten und dem Menschen sind häufig zu groß, um verlässliche Rückschlüsse auf die menschliche Physiologie und Pathologie zu ziehen. Alternativen, die auf menschlichen Zellen und Geweben basieren, bieten hingegen eine direktere Relevanz für die humanmedizinische Forschung.
Neben den ethischen und wissenschaftlichen Gründen spricht auch die technologische Entwicklung für den Verzicht auf Tierversuche. Moderne bildgebende Verfahren, genetische Analysen und Simulationstechniken ermöglichen es, den menschlichen Körper besser zu verstehen und Krankheiten zu erforschen, ein schädigender Rückgriff auf Tiere ist hierdurch vermeidbar.
Wichtige Schritte in Richtung des Verzichts auf Tierversuche sind die Förderung des freien Zugangs zu wissenschaftlichen Datenbanken und die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen. Der Austausch von Informationen und Erkenntnissen trägt dazu bei, bestehende Alternativen zu verbessern und neue Methoden zu entwickeln, die den Bedürfnissen der medizinischen Forschung gerecht werden.
In der Praxis haben bereits einige Länder und Institutionen Maßnahmen ergriffen, um den Einsatz von Tierversuchen zu reduzieren. Förderprogramme und Preise werden ausgeschrieben, um neuartige Methoden und Technologien zu unterstützen, die die Notwendigkeit von Tierversuchen ersetzen.
Abschließend lässt sich feststellen, dass der notwendige Verzicht auf Tierversuche in der Medizinforschung ein ethisches Gebot ist, das mit wissenschaftlichen und technologischen Fortschritten einhergeht. Die Entwicklung und Anwendung von Alternativen ermöglicht es uns, medizinische Fortschritte voranzutreiben und gleichzeitig das Wohl von Tieren zu schützen. Es liegt in unserer Verantwortung, diese Alternativen zu fördern und die Zukunft der medizinischen Forschung auf eine ethisch und wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen. Der Weg zu einer tierversuchsfreien Medizin ist eine Herausforderung, aber auch eine moralische Verpflichtung, der wir uns nicht entziehen dürfen.